24
Okt
08

So ein Tag…


Mein erster Adventurecache

Eines Tages erzählte Fikki mir von einer neuen Cacheserie in der alten belgischen Kaserne Quartier Brasseur, Man könnte doch heute nochmal… Kein Problem, auf geht’s. Eingestiegen in Fikkis neues „alte“ Cachemobil (endlich der Mission entsprechend) und ab dafür. Schon als wir uns dem Areal näherten, hielten wir Ausschau nach andern Cachern, zwei Autos fielen uns auf, aber es waren keine Lebensspuren zu sehen. Also hinein durch das Loch im Zaun. Wow, unheimlich hier. Mehrstöckige, verlassene Gebäude, zersplitterte Fensterscheiben, der Asphalt der Wege und Straßen aufgeplatzt, überwuchert.

Seit wann steht das hier leer? Die Bäume, die hier wachsen, sind auf jeden Fall schon einige Jahre alt. Oh, eine alte Tankstelle. Hier soll der Tradi liegen. Ich komme mir vor, wie in einem Endzeitfilm. Unheimlich.

Während ich in einer alten Garage darauf achtete, nicht in die Grube mit Wasser (oder Öl?) zu fallen, ließ Fikkie von woanders her ein „found“ verlauten. Das ging ja relativ schnell. Also auf zur nächsten Startlocation. Einmal um das Wohngebäude herum, die ehemalige Prunkstraße entlang Richtung Haupttor. Oh, schau mal, da ist jemand. Das müssen andere Cacher sein, laut Internet war hier ja schon den ganzen Tag was los. Nach erstem Zögern (sollen wir wirklich Rudelcaching machen?) gingen wir dann doch auf die zwei Gestalten zu (mno2 und swg62). Während wir vorsichtig Kontakt aufnahmen, kamen noch mehr aus einem Fenster geklettert (Smeagle, uttgardloki, maec21 und v_i_p), so dass wir schließlich zu acht die Runde fortsetzten.

Was soll ich sagen! der erste Eindruck verstärkte sich noch. Wir mussten wirklich in die Gebäude hinein. Später stellte sich dann heraus, dass dies ein so genannter „Adventure-Cache“ ist, mein erster, deshalb die Begeisterung. Fühlte ich mich bei der Tankstelle noch an „I am Legend“ erinnert, wechselte das Gefühl jetzt eher zu „Alien“. Man schaut sich alte Rohre an, steigt Treppen hinunter, die im Wasser enden, fällt fast in einen Kohlekeller,

Jetzt verstehe ich auch den Totenkopf bei den Tags, und überall diese Lichtkegel der Taschenlampen und das Gemurmel der Anderen. Abgefahren! 

Allein sollte diese Serie aber keiner machen.

Hier ist zum Beispiel einer von uns reingefallen, hat sich aber zum Glück nicht verletzt.

Ich könnte jetzt noch mehr erzählen, aber ich will ja den Cachern, die diesen Ort noch besuchen wollen nicht die Freude und Spannung nehmen. Es sei nur soviel gesagt: Die Spannung nahm nicht ab und die unheimliche Stimmung nahm mit zunehmender Dunkelheit noch zu, auch, weil unser Team sich später noch verkleinern sollte (aber nur, weil die Hälfte des Teams schon fertig war), was zur Steigerung der eigenen Aktivität führte, da die Suche mit vier Leuten intensiver durchgeführt werden musste. Auch so manches Ah! und Oh! war noch zu hören.

Dieser Cache war für mich wirklich eine besondere Erfahrung. Erstens wegen der Location und dem durch sie entstehenden Gefühls, irgendwie wie in einem Film (wie schon erwähnt). Zweitens wegen des Treffens mit den aneren Cachern. Ich bin zwar schon hier oder da auf den ein oder anderen Kollegen (oder Kollegin) getroffen, das hier war aber ein Team, bei dem man die Leidenschaft und vor allem die Erfahrung derer zu spüren bekam, die schon etwas länger im „Geschäft“ sind. Das sah man auch eindeutig an der Ausrüstung. Das hier hatte schon mehr von einer verschworenen Gemeinschaft als das zufällige Treffen in einem Parkhaus zur Mittagspause oder der Cacher mit Höhenangst bei einem Kölner „Kunstwerk“ mit Treppen (keine Angst, bleibt anonym). Hier habe ich wirklich etwas von diesem Gefühl der „Community“ gespürt. Außerdem war ich froh, nicht das gleiche Hobby wie ein paar Spinner und Nerds zu betreiben, sondern das gleiche Hobby wie eine Menge Spinner und Nerds. Es gibt echt andere Geocacher da draußen.

Für die Fotos bedanke ich mich recht herzlich bei swg62.


2 Responses to “So ein Tag…”


  1. 1 Fikki
    25/10/2008 um 11:00

    Das war wirklich ein toller Tag.
    Unsere Lust, diesen schönen Cache zu begehen, wurde nämlich vorher von der Geocaching-Sendung im Deutschland Radio geschürt.
    Und nach diesem schönen Lost-Place-Abenteuer baben wir uns noch von einem Leckeren Kölsch in Gesellschaft des Sandmanns verwöhnen lassen.

    Was für ein Tag!


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